Kümmel zur Herstellung von ätherischem Öl

Kümmelöl

Der Kümmel ist vor allem als Gewürz bekannt. Aufzeichnungen berichten davon, dass Kümmel bereits vor Jahrtausenden als Heilmittel eingesetzt wurde. Als ätherisches Öl kann es sowohl als Duft oder zum Inhalieren eingesetzt oder eingenommen werden. Bekannter hingegen ist Kümmelöl für Babys, wenn diese unter Blähungen leiden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Hier erfährst Du alles, was Du zu diesem Thema wissen musst. Übrigens sollte man das Kümmelöl nicht mit Schwarzkümmel, Kreuzkümmel oder Königskümmel verwechseln – da gibt es nämlich enorme Unterschiede.

Wirkungsweise

Kümmelöl gegen Blähungen, Krämpfe und Verdauungsbeschwerden

Am bekanntesten ist Kümmel als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden. Blähungen, Krämpfe im Magen, Schmerzen im Verdauungstrakt, Schmerzen im Darm: Genau dort setzen die heilsamen ätherischen Inhaltsstoffe an und wirken krampflösend. Die Verdauung kommt wieder ins Gleichgewicht. Bei starken Blähungen hilft Kümmelöl Baby, Kleinkind und Erwachsenen gleichermaßen. Es ist bekannt als natürliches und sanftes Hausmittel. Gerade in der Kombination mit Anis und Fenchel sind die positiven Ergebnisse auf das Wohlbefinden unbestreitbar.

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Appetitanregend

Eine weitere Eigenschaft des Kümmelöls ist, dass es den Appetit anregt. Das ist nicht nur in der Küche von Vorteil. Vor allem, wenn der Appetit durch Krankheiten, psychisch oder physisch, reduziert oder nicht vorhanden ist, hilft das Kümmelöl.

Roemheld-Syndrom

Wahrscheinlich ist der Name dieses Syndroms eher unbekannt, die Symptome dafür aber umso mehr. Das Syndrom bezeichnet kurzzeitige Herzrhythmusstörungen, Atemnot, ein Engegefühl in der Brust ausgelöst durch Blähungen. Dabei drückt das Zwerchfell durch Gase im Bauchraum auf die Lunge oder das Herz. Es kann zu Ohnmachstanfällen kommen und zu starker Angst, weil Betroffene glauben, sie hätten echte Herzprobleme oder einen Herzinfarkt. Übergewicht, blähende Speisen oder anatomische Anomalien können die Ursache dafür sein. Kümmelöl hilft hier hervorragend gegen diese Beschwerden. Dabei können Erwachsene und Kinder gleichermaßen Kümmelöl einnehmen.

Alterungserscheinungen und Krankheiten reduzieren

Kümmelöl wirkt als Antioxidans gegen freie Radikale, die das Altern begünstigen sowie die Entstehung von Krankheiten.

Nachgewiesene Wirkung gegen Übergewicht

Es wurde nachgewiesen, dass Kümmelöl übergewichtigen Menschen helfen kann, ihr Gewicht zu reduzieren.

Entzündungshemmend

Eingenommen wirkt Kümmelöl entzündungshemmend. Enzyme, die Entzündungen hervorrufen können, können durch Kümmel in ihrer Aktivität gehemmt werden. Bemerkbar macht sich das beim Reizdarm so wie bei Atemwegserkrankungen in ihrer Entstehung.

Schmerzen

Es gibt eine sogenannte Kümmelöltherapie, die helfen kann, Gelenkschmerzen zu bekämpfen. So wurde zum Beispiel nachgewiesen, dass Kümmelöl bei Arthritis zu einer Verbesserung des Krankheitsbilds beitragen kann.

Asthma und andere Atemwegserkrankungen

Die bereits erwähnten entzündungshemmenden und beruhigenden Inhaltsstoffe wirken auch bei asthmatischen Erkrankungen.

Weitere Anwendungsgebiete von Kümmeöl sind:

  • ADHS bei Kindern. Es fördert die Gelassenheit, hilft bei Konzentrationsproblemen und fördert den Schlaf
  • Kümmelöl für Tiere. Tiere, die unter Atemwegserkrankungen leiden, profitieren genau wie Menschen von der Behandlung mit Kümmelöl. Die heilsamen Wirkstoffe fördern die Gesundheit des Tieres und sind als Alternative gut zu teuren chemischen Präparaten mit vielen Nebenwirkungen.
  • Kümmelöl als Haarkur. Die Haarstruktur wird verbessert, die Haare werden kräftiger und stabiler, glänzen und lassen sich besser kämmen.
  • Die Symptome von Erkältungen lassen sich mit Kümmelöl abmildern.
  • Behandlung von Bluthochdruck
  • In der Krebstherapie hilft Kümmel, das geschwächte Immunsystem bei einer Chemotherapie zu unterstützen.
  • Mundgeruch und Zahnfleischentzündungen lassen sich aufgrund der antimikrobiellen Wirkung erfolgreich behandeln. 

Anwendung

  • Den sehr herben Geschmack des Kümmelöls mildert man etwas ab, indem es mit mit etwas Honig vermischt wird. Nimm drei Mal täglich einen Teelöffel mit jeweils drei Tropfen Kümmelöl ein. Alternativ kann das Öl auch auf ein Stückchen Zucker geträufelt werden. Somit eignet sich Kümmelöl zum Einnehmen sogar im Rahmen einer Kümmelöltherapie über einen längeren Zeitraum. Schwangere sollten allerdings von der Einnahme von Kümmelöl absehen.
  • Pferden kann das Kümmelöl nicht nur gegen den berüchtigten Staubhusten helfen, sondern auch gegen Ungeziefer. Reiben Sie das Tier einfach damit ein. Soll das Öl von Innen her wirken, mischen Sie es unter das Pferdefutter. Wenn Sie Katzen oder Hunde halten, die unter Allergien, Unverträglichkeiten oder Parasiten leiden, ist die Anwendung dort dieselbe.
  • Babys, die unter starken Koliken leiden, profitieren von einer Massage mit Kümmelöl. Nimm das Öl in verdünnter Form und massiere damit den Bauch des Babys im Uhrzeigersinn. Aber achte darauf, dass das Öl nicht ins Gesicht des Kindes kommt. Es kann bei Babys einen Kehlkopfkrampf auslösen und damit Atemnot oder sogar einen Atemstillstand. Verdünnt werden sollte es deshalb, damit die empfindliche Haut des Babys nicht gereizt wird. 

Tipp

Der Einsatz von Kümmelöl bei Reizdarm hat sich als sehr effektiv erwiesen. Du kannst das Öl einnehmen und deinen Bauch massieren. Massiere im Uhrzeigersinn, weil das der Verlauf des Dickdarms ist, um Blähungen von innen nach außen zu bewegen.

  • Wer eine Haarkur in Betracht zieht, geht folgendermaßen vor: Reibe nach dem Haarewaschen das Öl unverdünnt in die Haarspitzen ein. Wer unter nicht erblich bedingtem Haarausfall leidet, behandelt die Kopfhaut.
  • Bei einer Erkältung reibst du Brust- und Halspartie mit dem Kümmelöl ein. Am bestem vermischt mit einem Trägeröl.
  • Wer wegen eines Hustens oder Asthma inhalieren muss, kann ein paar Tropfen Kümmelöl ins Wasser geben. Tu dies am besten aber mit einem Inhalator aus der Apotheke oder dem Reformhaus, damit die Augen nicht zu sehr gereizt werden. 

Chemische Zusammensetzung

  • Cryptotaxanthin (soll vorbeugend gegen Krebs wirken und in Verbindung mit Zink gegen rheumatoide Arthritis)
  • Carotine (natürlilche Farbstoffe)
  • Zeaxanthin (soll die Sehkraft schützen)
  • Lutein (positiver Effekt auf die Sehkraft)
  • Carvon (keimhemmend und verleiht den typischen Kümmelgeruch)
  • Furfural (natürlicher Bestandteil von Kümmel)
  • Carveol (soll krebsvorbeugend sein)
  • Limonen (natürlicher Duftstoff)
  • Diacethyl (natürlicher Duftstoff) 

Herstellung

Sind die Samen reif und getrocknet, werden sie zermahlen. Per Wasserdampfdestillation werden die ätherischen Öle herausgefiltert. Das reine Öl hat eine gelbliche Farbe und verfärbt sich nach und nach dunkler. Das ist nicht schlimm. Es sollte aber an einem dunklen und kühlen Ort aufbewahrt werden, nicht jedoch im Kühlschrank. Es könnte die Gefahr bestehen, dass sich die Bestandteile voneinander trennen.

Geschichte

Kümmel gehört mit zu den ältesten Heilpflanzen der Menschheitsgeschichte. So gibt es Belege dafür, dass dieses Gewürzt bereits in der Steinzeit verwendet wurde. In alten Pharaonengräbern aus Ägypten, die über 5000 Jahre alt sind, finden sich Reste von Kümmel. Aus einer ähnlichen Zeit gibt es Aufzeichnungen darüber, dass Kümmel bereits bei den Ägyptern als Heilmittel eingesetzt wurde.

Botanik

Der Kümmel wächst rund 80 cm hoch, in günstigen Fällen bis zu 120 cm. Er ist grün und hat sparrig verzweigte Stängel. Die Blätter sind 2- bis 3-fach gefiedert. Blütezeit ist Mai bis Juni. Die Blüten sind weiß bis rosa verfärbt. Angeordnet sind sie in 8- bis 16-strahligen Dolden. Die Früchte bzw. Samen sind braun, etwa 6mm lang und haben jeweils 5 deutlich hervortretende Rippen. Allgemein hat die Pflanze wenig Ansprüche an den Boden und wächst selbst in nährstoffarmen Gebieten. Der Kümmel wächst bevorzugt auf sonnigen Wiesen, an Ackerrändern und in Gebieten bis zu 2000 Höhenmetern.

Allergien und Unverträglichkeiten

Im Allgemeinen ist Kümmel sehr gut verträglich. Bei Allergien gegen Doldenblüter sollte jedoch auch Kümmel gemieden werden. Auch Personen, die unter Gallen- oder Leberbeschwerden leiden, sollten auf Kümmel verzichten. Auf eine Langzweitanwendung sollte allerdings verzichtet werden, da Kümmelöl Leber- und Nierenschäden hervorrufen kann. Wer Kümmelöl überdosiert, könnte unter folgenden unerwünschten Wirkungen leiden:

  • starke und unangenehme Erregung
  • Schwindel
  • Störungen des Bewusstseins 

Ansonsten sind keine Nebenwirkungen bekannt. Gehe mit Kümmelöl, wie mit allen natürlichen oder synthetischen Arznei- und Heilmitteln, sorgsam um.

Kümmelöl Info:

BezeichnungKümmelöl
Botanischer NameCarum Carvi (Kümmel), Carvie aetheroleum (Kümmelöl)
FamilieDoldenblüter
SynonymCarum Carvi
Englischer NameCaraway seed oil
HerkunftslandEurasien
GewinnungsartWasserdampfdestillation
PflanzenteilFrüchte bzw. Samen
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Das ist der Duft von Kümmelöl:

Duftprofilsüß, warm, mild würzig
Duftwirkungberuhigend und anregend
DuftnoteHerznote
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