minöl und Minzblätter in Gläsern

Pfefferminzöl

Pfefferminze ist wohl eine der beliebtesten Heilpflanzen und im Pfefferminzöl kommen ihre Inhaltsstoffe erst richtig zur Wirkung, denn es enthält die geballte Power der Pflanze. Der Geschmack der Pfefferminze ist buchstäblich in aller Munde, aber Pfefferminze ist viel mehr als Hustenbonbon oder Kaugummi.

Pfefferminzöl Wirkung

Pfefferminzöl wirkt entspannend auf die glattes Muskulatur des Verdauungstraktes, fördert den Gallenfluss und wirkt Blähungen entgegen. Damit trägt Pfefferminzöl zur Linderung von Beschwerden im Magen-Darm-Trakt bei, wie sie etwa bei einem Reizdarm auftreten. Psychosozialer Stress spielt möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Magen-Darm-Problemen. Pfefferminzöl könnte auch durch seine angstlösenden Effekte zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden beitragen. Aber Pfefferminzöl entspannt die glatte Muskulatur nicht nur im Darm. Durch die Einnahme von Pfefferminzöl sinkt auch die Spannung des Magenschließmuskels. Dadurch steigt das Risiko von gastroösophagealem Reflux, dem Ruckfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre.

Neben seinem anxiolytischen Effekt verstärkt Pfefferminzöl die Aufmerksamkeit. Eine stimmungsaufhellende Wirkung konnt aber bisher nicht beobachtet werden.

Pfefferminzöl ist auch wegen seiner expectorativen Wirkung geschätzt. Es befreit die Atemwege, indem es festsitzenden Schleim aus den Bronchien löst und dessen Abtransport fördert. Dadurch ist Pfefferminzöl bei Erkältungskrankheiten sehr wohltuend. Pfefferminzöl wirkt auch entzündungshemmend, was nicht nur bei Erkältungen hilfreich ist.

Auf der Haut verbreitet Pfefferminzöl einen kühlenden Effekt, wirkt aber trotzdem durchblutungsfördernd. Für das Kälteempfinden ist die Aktivierung eins Rezeptors verantwortlich, der eben nicht nur durch niedrige Temperaturen sondern auch durch Menthol aktiviert wird.

Menthol verändert auch die Zellmembran und löst vermehrte elektrischen Aktivität aus. In hohen Konzentrationen entfaltet Menthol eine lokal anästhesierende Wirkung. Außerdem kann Pfefferminzöl die Wirkungen der Botenstoffe Serotonin und Substanz-P hemmen, die an der Entstehung von Schmerz beteiligt sind.

Deswegen kann Pfefferminzöl Kopfschmerzen lindern und ist auch ein geschätztes Hausmittel gegen Spannungskopfschmerzen. Zehnprozentiges Pfefferminzöl in alkoholischer Lösung ist so wirksam wie 1g Pracacetamol. So kann Pfefferminzöl die Einnamhem von Schmerzmitteln überflüssig machen. Pfefferminze in einem Hochbeet

Pfefferminzöl ist eines der stärksten pflanzlichen Antimikrobiotika. Es hemmt vor allem das Wachstum von anaeroben oder fakultaziv anaeroben Bakterien, die keinen Sauerstoff vertragen oder gut ohne ihn auskommen. Vor allem Enterobakterien macht Pfefferminzöl das Leben schwer. Enterobakterien kommen oft in unserem Darm vor, meinen es aber nicht immer gut mit uns. Neuere Studien zeigen, dass Pfefferminzöl die chemische Sprache, mit der Bakterienzellen sich miteinander verständigen, stört. Pfefferminzöl ist auch gegen pathogene Pilze wirksam.

 

Pfefferminzöl Anwendung

Pfefferminzöl kann sowohl äußerlich als auch innerlichh angewandt werden. Bei einer Erkältung können Einreibungen mit verdünntem Pfefferminzöl helfen, die Atemwege zu befreien. Die Konzentration des Öls sollte 10 % nicht übersteigen. Pfefferminzöl darf aber nur auf intakter Haut aufgebracht werden.

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Bei Entzündungen der oberen Atemwege oder der Mundschleimhaut helfen Inhalationen mit Pfefferminzöl. Dazu gibt man drei bis vier Tropfen Pfefferminzöl in heißes Wasser und inhaliert die aufsteigenden Dämpfe.

Gegen Kopfschmerzen kann man die Schläfenregion mit einigen Tropfen 10%igem Pfefferminzöl einreiben oder das Öl auf ein Tuch auftragen und die Schläfenregion damit abtupfen. Die Wirkung tritt nach etwa 30 Minuten ein.

Wegen seiner kühlenden Wirkung eignet sich Pfefferminzöl auch gegen Insektenstiche und seine durchblutungsfördernde Wirkung lindert die Beschwerden von rheumatischen Gelenkerkrankungen.

Wegen seiner entspannenden schmerzlindernden Eigenschaften ist Pfefferminzöl auch gegen die typischen Beschwerden einer Schwangerschaft, wie Rücken- oder Kopfschmerzen geeignet. Gegen eine sparsame äußere Anwendung von Pfefferminzöl in der Schwangerschaft ist nichts einzuwenden.

Auch für die innere Anwendung muss Pfefferminzöl verdünnt werden. Man kann drei bis vier Tropfen mit einem Glas Wasser verdünnt trinken, oder mit etwas Honig vermischt oder auf einem Stück Würfelzucker essen. Damit es im Darm aber seine volle Wirkung entfalten kann, ist die Pfefferminzöl Einnahme in Form von magensäureresistenten Kapseln ratsam – und üblich.

Nicht zuletzt ist Pfefferminzöl ein beliebter Duftstoff in der Aromatherapie, der, in einer Duftlampe verdampfend, die Seele stärkt und Ängste vertreibt.

 

Chemische Zusammensetzung von Pfefferminzöl

Die Hauptinhaltsstoffe von Pfefferminzöl sidn Menthol (35–45%) und Menthon (15–20%)

  • Menthol: Menthol ist der Hauptbestandteil von Pfefferminzöl und verleiht ihm auch seinen typischen Geruch. Menthol ist ein Monoterpen-Alkohol, wie sie häufig in ätherischen Ölen vorkommen. Menthol ist ein assymmetrisches Molekül, das in verschiedenen Formen auftreten kann und so auch im Pfefferminzöl vorkommt.
  • Menthon: Menthon trägt ebenfalls zum frischen Minzgeruch bei. Es ist ein Keton und entsteht aus Menthol durch Oxidation.
  • Menthylacetat: Ein Ester aus Menthol und Essigsäure
  • Neomenthol und Isomenthol: Die Zwillinge des Menthol
  • Menthofuran: Menthofuran ist eine problematische Verbindung, die bestimmte Leberenzyme hemmt und deswegen für die medizinische Verwendung aus dem ätherischen Öl entfernt werden muss.

Die Zusammensetzung des Öls schwankt in Abhängigkeit von Kultur- und klimatischen Bedingungen sowie dem Ertnezeitpunkt.

 

Herstellung von Pfefferminzöl

Pfefferminzöl wird aus den Blättern der Pflanze durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Den höchsten Ölgehalt weisen die Blätter vor der Blüte auf. Meist wird deshalb auch vor der Blüte geerntet. In manchen Anbauregionen erntet man allerdings auch während oder nach der Blüte. Das wirkt sich auf die Qualität und Zusammensetzung des Öls aus. Die Ausbeute an Pfefferminzöl liegt zwischen 1% und 6%.

 

Botanik der Pfefferminze

Die Pfefferminze (Mentha piperita) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie entstand im siebzehnten Jahrhundert als spontane Kreuzung von Bachminze (Mentha aquatica) und Grüner Minze (Mentha spicata).

Pfefferminze ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die bis zu 90 cm hoch werden kann. Die Blüten der Pfefferminze sind steril und bilden keine Samen. Die Pflanze bildet aber zahlreiche Ausläufer, mit deren Hilfe sie sich verbreitet. Das Kraut stirbt im Herbst ab, im Frühjahr treibt sie Pflanze aus ihren Ausläufern neu aus.

 

Geschichte der Pfefferminze

Pflanzen der Gattung Mentha sind schon seit Jahrtausenden in Europa, Asien und Nordafrika als Heilpflanze bekannt. In vielen antiken Kulturen hatte die Minze medizinische, aber auch mystische, rituelle Bedeutung. Ihre Namen erhielt die Minze von Nymphe Minthe, die nach einer Sage in Minze verwandelt wurde. Schon im ersten Jahrhundert diente die Minze als Mittel gegen Harndrang, Blasensteine, Krämpfe, Kopfschmerzen und Insektenstiche. Auch Karl der Große wusste um die medizinischen Vorteile der Minze und verordnete ihren Anbau per kaiserlichem Beschluss. Die Minze wuchs in zahlreichen Klostergärten, auch Hildegard von Bingen wusste die Vorzüge der Minze zu schätzen. Im sechzehnten Jahrhundert wurde Minze bereits großflächig angebaut und kurz darauf trat die Pfefferminze erstmals in Erscheinung. Der englische Botaniker John Ray entdeckte sie als spontane Kreuzung aus verschiedenen Minzearten. Die Pfefferminze verdrängte daraufhin aufgrund ihrer positiven Eigenschaften andere Minzearten aus dem Heilpflanzenanbau und trat ihren eigenen Siegeszug an.

 

Risiken und Gegenanzeigen

In hohen Konzentrationen kann Pfefferminze zu Übelkeit, Erbrechen oder Sodbrennen führen. Bei Gallenproblemen sollte man auf die Einnahme von Pfefferminze verzichten. Menthol kann bei Kleinkindern und Säuglingen Atemnot verursachen. Deshalb muss auf jeden Fall sichergestellt sein, dass Pfefferminzöl dem Baby nicht in die Atemwege gerät. Niemals in der Nähe von Mund oder Nase und auch nicht auf dem Brustkorb anwenden. Das gilt übrigens für viele ätherische Öle. Bei Asthma besteht ebenfalls die Gefahr, beim Inhalieren von Pfefferminzöl Atemprobleme zu erleiden.

Pfefferminzöl Info:

NamePfefferminze
Botanischer NameMentha piperita
FamilieLippenblütler, Lamiacea
SynonymeAderminze, Minze, Edelminze, Englische Minze, Teeminze, Gartenminze, Katzenkraut, Balsam, Peperminte, Schmeckerts
Englischer NamePeppermint, Balm Mint, Brandy Mint, Curled Mint, Mint
HerkunftslandBulgarien, Italien, USA
GewinnungsartWasserdampfdestillation
PflanzenteilBlätter
Preis pro 10mlab 3 €

 

Das ist der Duft von Pfefferminzöl:

Duftprofilkühl, strahlend, frisch, würzig
Duftwirkungerfrischend, belebend, ausgleichend, stärkend, aktivierend
DuftnoteKopfnote

Quellen:

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